Astragalus membranaceus wird seit langem in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. In der Krebsforschung werden insbesondere verschiedene Inhaltsstoffe der Pflanze und deren mögliche Wirkungen auf zelluläre und immunologische Prozesse untersucht.
Die bisherige Datenlage umfasst präklinische Untersuchungen, Übersichtsarbeiten und einzelne klinische Studien. Daraus lassen sich jedoch keine pauschalen Aussagen ableiten, dass Astragalus membranaceus Krebs behandeln oder verhindern kann.
Was wurde in der Forschung zu Astragalus untersucht?
Wissenschaftlich untersucht wurden verschiedene Inhaltsstoffe von Astragalus membranaceus, darunter Polysaccharide, Saponine und Flavonoide. Im Mittelpunkt standen unter anderem mögliche Einflüsse auf Immunreaktionen, Entzündungsprozesse und verschiedene Signalwege in Tumorzellen. PubMed
Ein großer Teil dieser Forschung stammt aus Zell- und Tiermodellen. Daneben gibt es klinische Untersuchungen, in denen Astragalus-haltige Präparate zusätzlich zu bestehenden Krebstherapien eingesetzt wurden. Die Aussagekraft dieser Studien ist jedoch unterschiedlich und reicht nicht aus, um Astragalus als eigenständige Krebstherapie zu bewerten.
Was zeigen klinische Untersuchungen?
Klinische Untersuchungen haben sich unter anderem mit krebsbedingter Müdigkeit und Lebensqualität beschäftigt. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse fasste acht randomisierte Studien zusammen und berichtete Hinweise auf Verbesserungen bei Fatigue und Lebensqualität. Die Autoren bewerteten die Evidenz aufgrund kleiner Studien, unterschiedlicher Krebsarten und variierender Behandlungen jedoch als noch nicht ausreichend für eine starke klinische Empfehlung. PubMed
Auch einzelne randomisierte Studien mit Astragalus-basierten Präparaten wurden durchgeführt. Die Ergebnisse sind jedoch nicht einheitlich; beispielsweise zeigte eine neuere Phase-II-Studie bei Brustkrebspatientinnen insgesamt keinen signifikanten Unterschied bei der Fatigue gegenüber Placebo. PubMed
Astragalus sollte daher nicht als Ersatz für eine etablierte Krebstherapie dargestellt werden. Die bisherige Forschung untersucht vor allem mögliche ergänzende Anwendungen und unterstützende Effekte.
Wie sind die Ergebnisse einzuordnen?
Die Forschung zu Astragalus membranaceus liefert interessante Hinweise auf mögliche biologische und unterstützende Effekte. Die Ergebnisse stammen jedoch aus sehr unterschiedlichen Studien – von Zell- und Tiermodellen bis hin zu kleineren klinischen Untersuchungen.
Deshalb lässt sich aus der bisherigen Datenlage nicht ableiten, dass Astragalus Krebs behandeln, das Fortschreiten einer Erkrankung verhindern oder die Lebenserwartung verlängern kann.
Für eine verlässliche klinische Bewertung sind größere, methodisch hochwertige und langfristige Studien erforderlich. Besonders wichtig ist dabei die klare Unterscheidung zwischen präklinischen Hinweisen und tatsächlich nachgewiesenen klinischen Effekten beim Menschen.
Originalpublikation
Weiterführende wissenschaftliche Informationen finden Sie in der zugrunde liegenden Publikation.
