Telomere spielen eine wichtige Rolle für die Stabilität und den Schutz der Chromosomen. In zahlreichen epidemiologischen Studien wurde untersucht, ob die Länge der Telomere mit dem Risiko für verschiedene Krebsarten zusammenhängt.
Eine 2011 veröffentlichte Meta-Analyse fasste die Ergebnisse von 21 Publikationen mit insgesamt 11.255 Krebsfällen und 13.101 Kontrollpersonen zusammen und untersuchte den Zusammenhang zwischen relativer Telomerlänge und Krebsrisiko.
Was wurde in der Meta-Analyse untersucht?
Die Forschenden werteten 21 Publikationen mit insgesamt 11.255 Krebsfällen und 13.101 Kontrollpersonen aus. Verglichen wurde, ob Menschen mit kürzeren Telomeren ein anderes Krebsrisiko aufwiesen als Menschen mit längeren Telomeren.
Zusätzlich untersuchten die Autoren einzelne Tumorgruppen sowie mögliche Unterschiede zwischen den eingeschlossenen Studien.
Welche Ergebnisse wurden beobachtet?
In der zusammengefassten Auswertung waren kürzere Telomere mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden (OR 1,35; 95-%-Konfidenzintervall 1,14–1,60).
Besonders ausgeprägt war die Assoziation in dieser Analyse unter anderem bei Blasen-, Lungen-, rauchassoziierten sowie bestimmten Tumoren des Verdauungs- und Urogenitaltrakts. PubMed
Wichtig ist jedoch: Diese Ergebnisse zeigen einen statistischen Zusammenhang, aber keinen Beweis dafür, dass kurze Telomere Krebs verursachen.
Wie sind die Ergebnisse heute einzuordnen?
Die 2011 veröffentlichte Meta-Analyse war ein wichtiger früher Beitrag zur Frage, ob die Telomerlänge mit Krebsrisiken zusammenhängt. Spätere Untersuchungen zeigen jedoch, dass dieser Zusammenhang komplexer ist als zunächst angenommen.
Eine große Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 mit mehr als 300.000 Personen fand für alle Krebsarten zusammen keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Leukozyten-Telomerlänge und dem allgemeinen Krebsrisiko. Für einzelne Krebsarten wurden dagegen unterschiedliche Zusammenhänge beobachtet. PubMed
Neuere Übersichtsarbeiten zeigen zudem, dass je nach Krebsart sowohl kürzere als auch längere Telomere mit einem erhöhten Risiko verbunden sein können. Die Telomerlänge sollte deshalb nicht pauschal als einfacher Krebsrisiko-Marker interpretiert werden.
Weitere Informationen zur klinischen Datenlage und Sicherheit von TA-65® finden Sie in unserem Beitrag „TA-65®: Aktuelle Studien zu Telomerlänge und Sicherheit“.
Originalpublikation
Die Ergebnisse der ursprünglichen Meta-Analyse finden Sie in der wissenschaftlichen Originalpublikation.
