Eine experimentelle Zellstudie untersuchte, wie ein Extrakt aus Astragalus membranaceus auf Makrophagen wirkt. Makrophagen sind Zellen des angeborenen Immunsystems und spielen unter anderem bei Entzündungs- und Abwehrreaktionen eine Rolle.
Im Mittelpunkt der Untersuchung standen Veränderungen der Zellmigration, die Freisetzung bestimmter Immunbotenstoffe sowie die mögliche Beteiligung des Enzyms Heparanase. Die Ergebnisse stammen aus einem Labormodell und lassen sich nicht unmittelbar auf eine Immunwirkung beim Menschen übertragen.
Was wurde in der Studie untersucht?
Die Forschenden untersuchten sogenannte Ana-1-Makrophagen im Labor. Die Zellen wurden mit unterschiedlichen Konzentrationen eines Extrakts aus Astragalus membranaceus behandelt. Anschließend wurden unter anderem Zellviabilität, Zellmigration sowie die Freisetzung und Genexpression der Immunbotenstoffe IL-1β und TNF-α bestimmt. Zusätzlich wurde die Aktivität des Enzyms Heparanase (HPA) untersucht. PubMed
Um die mögliche Rolle der Heparanase genauer zu prüfen, verwendeten die Forschenden zusätzlich einen Antikörper gegen HPA und beobachteten, wie sich dadurch Zellmigration und die Freisetzung der Immunbotenstoffe veränderten.
Welche Ergebnisse wurden beobachtet?
Der Astragalus-membranaceus-Extrakt beeinflusste im Zellmodell die Migration der Makrophagen und veränderte die Freisetzung der Immunbotenstoffe IL-1β und TNF-α.
Die Ergebnisse deuteten außerdem darauf hin, dass Heparanase an diesen Veränderungen beteiligt sein könnte. Wurde Heparanase experimentell gehemmt, veränderten sich auch Zellmigration und die Freisetzung der untersuchten Botenstoffe. (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
Wichtig ist jedoch: Es handelt sich um eine Laborstudie an Zellen. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass Astragalus membranaceus beim Menschen Infektionen verhindert, die Immunabwehr verbessert oder therapeutisch wirksam ist.
Wie sind die Ergebnisse einzuordnen?
Die Studie liefert mechanistische Hinweise darauf, wie Bestandteile von Astragalus membranaceus bestimmte Funktionen von Makrophagen im Labor beeinflussen können.
Für eine medizinische Bewertung beim Menschen reicht diese Art von Zellstudie jedoch nicht aus. Dafür wären kontrollierte klinische Untersuchungen erforderlich, in denen Wirkung, Dosierung, Sicherheit und mögliche Wechselwirkungen systematisch geprüft werden.
Weitere Informationen zur wissenschaftlichen Forschung mit Astragalus membranaceus finden Sie in unserem Beitrag „Astragalus membranaceus und Krebsforschung: Was zeigen Studien?“.
Originalpublikation
Die vollständige Studie und weitere Angaben zu Methodik und Ergebnissen finden Sie in der Originalpublikation.
